Kriminalität

Sie ist facettenreich. Sie ist missachtet. Sie wird verfolgt und bestraft. Und doch ist sie Faszination. Seit der Antike in der Literatur und nun auch in Film, Fernsehen und Computerspielen vertreten ist sie allgegenwärtig. Die Kriminalität.

Ob diese Faszination in einer Denksportaufgabe, bei der wir versuchen, das Rätsel selbst zu lösen, in dem Wunsch nach einem actionreicheren Leben oder doch in ganz anderen Ursachen wurzelt, ist bis heute ungelöst. Fest steht nur, dass es sich dabei keinesfalls um Fiktion handelt, bei der es immer ein gutes Ende gibt:
Rund 6,3 Millionen Straftaten wurden 2006 gemeldet, wovon gerade mal 55,4% aufgeklärt wurden. Immerhin 0,4% mehr als 2005 und damit die höchste Gesamtaufklärungsquote seit 1964.

Der Definition nach zählen als Kriminalität alle Handlungen mit gesellschaftsschädigendem Charakter, die strafrechtlich verfolgt werden. Was als kriminell gilt, hängt jedoch von Kultur und Zeit ab. So galten in Deutschland bis 1969 homosexuelle Handlungen als kriminell, wogegen Vergewaltigung in der Ehe erst ab 1996 als Straftat anerkannt wurde.
Es wird u. a. zwischen organisierter Kriminalität, Wirtschaftskriminalität, Drogenkriminalität und Jugendkriminalität unterschieden. Letztere beschreibt ein Täteralter von 14 bis 21 Jahren und wurde schon in der Antike von anderen Kriminalitätsarten unterschieden. Die Zahl der verdächtigen Jugendlichen ging im vergangenen Jahr übrigens zurück. Besonders auffällig war das bei Rauschgiftdelikten (-23,8%).
Den größten Teil der Straftaten machen Diebstähle aus (31,3%). Am beliebtesten ist laut Statistik Ladendiebstahl (fast 438 000), gefolgt von gestohlenen Teilen von Fahrrädern (ca. 370 000) und Kraftwagen (rund 361 000).

Beim Betrachten solcher Statistiken sollte man allerdings bedenken, dass es sich lediglich um die gemeldeten Straftaten handelt. Da der Großteil von Bürgern gemeldet wird, handelt es sich auch hauptsächlich um Taten, die von diesen als kriminell erachtet werden. Ein internationaler Vergleich ist übrigens kaum möglich, da viele Staaten nicht alle Daten freigeben oder diese verfälschen würden.

Doch nicht nur die Aufklärungsquote entspricht nicht den fiktiven Verbrechen aus Film und Fernsehen. So sollte man sich bei Zeugenaussagen sehr genau überlegen, inwieweit man ihnen Glauben schenkt. „Waffenfokus“ beispielsweise beschreibt eine Situation, in der sich die gesamte Aufmerksamkeit auf die Waffe konzentriert, mit der man bedroht wird. Dadurch kann zwar die Waffe anschließend genau beschrieben werden, der Mensch, der sie gehalten hat, jedoch nicht.
Auch kann es zu versehentlichen oder beabsichtigten Falschaussagen kommen, wenn der Zeuge einen Tatverdächtigen bei verschiedenen Gegenüberstellungen mehrmals sieht bzw. zweifelnde Zeugen sich nicht trauen, ihre Aussage zurückzuziehen.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist der „Geschichtenerzähler“. So wird eine unbekannte Hirnfunktion bezeichnet, die alle Fakten unserer Erinnerung in einen logischen Zusammenhang bringt. Dabei werden unlogische Dinge weggelassen und notfalls durch logische ersetzt.

Erste forensische Untersuchungen

Forensik wird allgemein in drei Gebiete unterteilt. Die Rechtsmedizinforensischen Psychiatrie geht es um die Schuldfähigkeit und die Computer-Forensik ermittelt bei Computerkrimminalität. beschäftigt sich hauptsächlich mit Beweisen (Blutspuren, Insektenfunde, Fingerabdrücke, etc). Dei der

Als Pionier der Forensik gilt Joseph Bell (1837-1911). Der Pathologieprofessor forschte nicht nur auf den Gebieten Chemie, Toxikologie und Pathologie, sondern unterrichtete auch Arthur Conan Doyle, was ihm später den Ruf als Vorbild für die Romanfigur Sherlock Holmes einbrachte. 1887 klärte er zum ersten Mal einen Fall mit forensischen Methoden. 1888 arbeitete er am Fall Mary Kelly mit und äußerte Vermutungen über die Identität von Jack the Ripper.

Im März 2001 wird zu Ehren Bells das "Forensic Statistics & Legal Reasoning" gegründet, welches die Rechtsmedizin durch Forschung und Entwicklung unterstützt.

Todesstrafe - "Amistrafe"?

Die USA sind das Vorzeigeland, wenn es um die Erhaltung der Todesstrafe geht. Doch auch im Herzen Europas gibt es sie noch - wenn auch nur auf dem Papier.

So erlaubt Artikel 2 des hessischen Landesgesetzes die Todesstrafe bis heute. Der Grund dafür ist einfach: Der Artikel stammt von 1946, also 3 Jahre bevor die Todesstrafe per Bundesgesetz verboten wurde.

"Du sollst nicht stehlen!"

Ein sehr ironisch wirkendes Bibelzitat, wenn man bedenkt, dass gerade der Vatikan die höchste Krimminellendichte weltweit hat. Auf 500 Einwohner kommen hier im Jahr ca. 800 Gerichtsverfahren. Dabei handelt es sich hauptsächlich um auf dem Peterplatz begangene Diebstähle.

Doch nicht nur wegen den jährlich rund 18 Millionen Besuchern haben es Taschendiebe besonders leicht. Es gibt keine Auslieferungsvereinbarung. Jeder, der mit seiner Beute über die Grenze nach Italien flüchtet, kommt also straffrei davon.

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28.11.07 16:15

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